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Glossar

Im Glossar finden Sie Begriffserklärungen zum Thema Bürgschaften, Garantien und Beteiligungsfinanzierungen.

Teilweise wurden die Erläuterungen von der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH sowie vom BVK Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. übernommen 

Later Stage Financing

Spätphasenfinanzierung Finanzierung von Expansionen, Übernahmen, Überbrückungen etc. bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Lead Investor

Derjenige Investor - zumeist mit dem größten Anteil -, der sowohl die Organisation der Finanzierung als auch die HANDS ON Betreuung übernimmt.

Leasing

Der Begriff Leasing kommt aus dem Englischen und bedeutet "Mieten" oder "Pachten" von Investitions- und Konsumgütern. Der Gegenstand bzw. die Anlage wird entweder direkt vom Hersteller vermietet oder eine Leasinggesellschaft kauft das Produkt vom Hersteller und verpachtet es weiter.

Der Leasinggeber, der ein Objekt vermietet, bleibt juristischer und wirtschaftlicher Eigentümer. Allerdings überträgt er dem Mieter bzw. Nutzer des Objekts (Leasingnehmer) alle Rechte, Risiken und Pflichten, die bei "traditioneller" Miete üblicherweise der Vermieter trägt. So haftet der Leasingnehmer für Schäden, er muss Reparaturen ausführen und das Objekt instand halten.

Vorteil für den "Mieter": Er verfügt über ein Produkt oder ein Objekt, dass er nicht im Voraus bzw. ab dem Zeitpunkt der Nutzung komplett bezahlen muss. Anstatt eine Anlage zu kaufen, kann er die Mittel anderweitig einsetzen bzw. auf zusätzliches Fremdkapital verzichten. Er zahlt während der Vertragslaufzeit regelmäßige Raten. Nach Auslauf des Leasingvertrags entscheidet er, ob er das Gerät an die Leasinggesellschaft zurückgeben oder kaufen will.

Nachteil: Die Summe der Leasingraten ist höher als der Kaufpreis.

Legal Due Diligence

Rechtliche Untersuchung aller bestehenden Verträge im Zuge des Prüfungsprozesses vor einer Investition (s. DUE DILIGENCE).

Letter of Intent

Der Letter of Intent (LOI) ist eine in der Regel unverbindliche Absichtserklärung potenzieller Vertragsparteien, die in Vertragsverhandlungen stehen und eine Zusammenarbeit anstreben. Er dient dazu, das Interesse an Verhandlungen und den nachhaltigen Willen an einem Vertragsabschluss zu dokumentieren.

Leveraged Buy out - LBO

Überwiegend fremdkapitalfinanzierter Unternehmenskauf.

Liquidität

Liquidität ist "die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen." Vereinfacht ausgedrückt: Liquidität ist die "Zahlungsfähigkeit" des Unternehmens. Dabei spielt der Faktor Zeit eine besondere Rolle: Zahlungsfähigkeit bezieht sich nämlich immer auf einen konkreten Zeitpunkt von Geldbewegungen. Im Augenmerk eines jeden Unternehmers sollten daher immer die zu erwartenden Geldströme - geordnet nach deren Zahlungsterminen - stehen.

Liquiditätsplanung

Ein Firmenchef muss die Liquidität systematisch planen und überwachen - mit einer Liquiditätsrechnung, die mindestens drei Monate umfassen sollte. Regelmäßig sind den Einnahmen die voraussichtlichen Ausgaben gegenüberzustellen. Aus der Differenz ergibt sich der monatliche Überschuss (Überdeckung), womöglich auch ein Fehlbetrag (Unterdeckung). Eine detaillierte Liquiditätsplanung ermöglicht es, Ausgaben so zu legen bzw. Zahlungstermine so zu vereinbaren, dass möglichst kein zusätzliches Fremdkapital eingesetzt werden muss.

Die Liquiditätsrechnung wird oft als die "Krönung" des betrieblichen Planungsprozesses bezeichnet. Sie setzt eine funktionierende und aussagefähige Kostenrechnung voraus: Welche Ausgaben hat das Unternehmen? Wie hoch sind sie? Wann fallen sie an? Denn: Auszahlungen, die im Zusammenhang mit anfallenden Kosten stehen, reduzieren den Stand der verfügbaren Zahlungsmittel. Insgesamt müssen die Kosten niedriger sein als die Umsatzerlöse eines Unternehmens. Sonst sind weder Gewinn noch Liquidität zu erwarten.

Wer sich mit der Liquidität eines Unternehmens beschäftigt, bekommt es mit dessen Zahlungszu- und -abgängen zu tun. Das bedeutet: Einzahlungen bzw. Auszahlungen, die den Stand der verfügbaren Zahlungsmittel (Kassenbestand und Bankguthaben) verändern.


Wichtig bei den Abgängen:
Wie viele Tage oder Wochen bleiben, um die anstehenden Rechnungen der Lieferanten zu bezahlen? Wie lange sind die Zahlungsmittel anderweitig verfügbar?
Wichtig bei den Zugängen:
Wann können für Produkte und Leistungen den Kunden Rechnungen gestellt werden? Wann ist damit zu rechnen, dass zusätzliche Zahlungsmittel in die Kasse fließen? Welches Zahlungsziel ist den Kunden eingeräumt worden? Ab wann kann realistischerweise damit gerechnet werden, dass diese zusätzlichen Zahlungsmittel tatsächlich auf dem Konto sind?

Listing

Notierung eines Unternehmens an der Börse.

Luiquidation Preference

Regelung bei einer Wagniskapitalfinanzierung, die es einer VC/PE-Gesellschaft ermöglicht, beim Exit ein eingezahltes AGIO zurück zu erhalten, bevor der verbleibende Gewinn gleichmäßig auf die Gesellschafter verteilt wird; das Agio wird in diesem Fall wie ein Darlehen behandelt.