21.11.2018

ZDH-Konjunkturbericht: Handwerk im Konjunkturmarathon

News vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Laut dem aktuellen ZDH-Konjunkturbericht steckt das Handwerk auch im Herbst 2018 weiter voller Kraft. Das konjunkturelle Hoch bleibt den Betrieben erhalten und verstärkt sich gegenüber dem Frühjahr sogar noch.

Bereits zum vierten Mal in Folge in einer Herbstbefragung beurteilten die Handwerksbetriebe aktuelle Geschäftslage, Umsatzentwicklung, Auftragspolster und Investitionsklima besser als jemals zuvor. Insofern habe sich der Konjunkturlauf im Handwerk inzwischen zu einem Konjunkturmarathon ausgewachsen.

Seit vier Jahren eile das Handwerk von Allzeithoch zu Allzeithoch. Allerdings sei die künftige Erwartung der Betriebe eher auf Stabilisierung denn auf eine Fortsetzung der Wachstumsdynamik gerichtet. Nur knapp jeder vierte Betriebsinhaber rechne mit einer nochmals verbesserten Lage, die meisten – nämlich 69% – gingen davon aus, dass sich die Handwerkskonjunktur bis zum Jahresende stabilisiere. Besser als je zuvor in einem Herbst beurteilten die Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage: 64% der Betriebsinhaber würden sie für gut halten, nur 6% für schlecht. Besonders gut würden die Geschäfte in den Bau- und Ausbauhandwerken laufen, in denen im Vergleich zu den anderen Gewerkegruppen Spitzenwerte erreicht würden: Lediglich 2% im Bau- und 3% in den Ausbauhandwerken klagten über eine schlechte Geschäftslage, die ganz große Mehrzahl (74% bzw. 73%) sprieche von einer guten Geschäftslage. Die Lebensmittelhandwerke profitierten vom wachsenden privaten Konsum.

Erneut ein Allzeithoch werde bei der Umsatzentwicklung erreicht. Besonders dynamisch entwickelten sich die Umsätze auch hier im Bau- und Ausbaugewerbe sowie den Handwerken des gewerblichen Bedarfs. Außer bei den Gesundheitshandwerken seien die Umsätze in allen anderen Handwerksbereichen gestiegen. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten liege bei 84%, ein neuer Spitzenwert. Im Bau betrage die Auslastung gar 90%, im Ausbau 89%. Somit würden dort kaum noch freie Kapazitäten zur Verfügung stehen. Auch für die kommenden Monate seien die Betriebe reichlich mit Arbeit, sprich Aufträgen, versorgt. Im Gesamthandwerk dauere es inzwischen im Durchschnitt 9 Wochen, bis ein Auftrag erfüllt werden kann. In den Bau- und Ausbauhandwerken müssten die Kunden sogar fast 13 bzw. gut 10 Wochen bis zur Auftragsrealisierung warten.

Auch 2018 werde das Handwerk voraussichtlich zusätzlich rund 30.000 Mitarbeiter einstellen. Das entspreche in etwa dem Vorjahresniveau. In jedem fünften Betrieb seien neue Mitarbeiter hinzugekommen. Gerne hätten die Betriebe noch mehr Personal eingestellt, doch es fehlten schlicht die passenden Fachkräfte. Deshalb sei davon auszugehen, dass das realisierte Stellenplus noch hinter den eigentlichen Beschäftigungsplänen der Betriebe zurückbleibe. Um die Aufträge besser abarbeiten zu können, hätten die Betriebe kräftig investiert. Fast jeder vierte Betrieb habe mehr Mittel in Investitionen gesteckt, nur 14% hätten weniger investiert. Das gegenwärtige konjunkturelle Umfeld ermögliche es Betrieben, gestiegene Kosten für Löhne, Materialien und Energie besser als in den Vorjahren an die Abnehmer weiterzugeben. Knapp ein Drittel habe davon im Herbst 2018 Gebrauch gemacht.

Insgesamt werde das Fazit für das Jahr 2018 noch besser ausfallen als im Frühjahr angenommen. Die Umsatzprognose für 2018 hebe der ZDH deutlich an und gehe davon aus, dass die Umsätze im Gesamthandwerk im Jahr 2018 um 5 Prozent steigen werden. Für das kommende Jahr 2019 erwarte er ein Umsatzplus von bis zu 4 Prozent.

Quelle: ZDH

Die vollständige Meldung und den Konjunkturbericht finden Sie hier.