07.02.2019

DIHK-Konjunkturumfrage: Ausblick verdunkelt sich

News des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)

Für 2019 rechnet der DIHK in seiner aktuellen Konjunkturumfrage nur noch mit 0,9% Wachstum und nimmt seine Prognose vom Herbst letzten Jahres von 1,7% kräftig zurück. Eine wirtschaftliche Krise prognostiziert der DIHK aber aktuell nicht.

Das Konjunkturbild in Deutschland verschlechtere sich deutlich. Insbesondere die Industrie leide unter den Verwerfungen im außenwirtschaftlichen Umfeld. Betroffen seien nicht nur die Exporteure, sondern auch verbundene Zulieferer und Dienstleister im Inland. Nach neun Jahren Wachstum fange allerdings auch die Binnenkonjunktur an zu schwächeln. Gleichzeitig fehle es vielen Unternehmen, denen es eigentlich besser gehen könnte, an Fachkräften, um weiter zu wachsen.

Der Ausblick der Unternehmen verdunkele sich daher. Die Geschäftserwartungen würden in allen Wirtschaftszweigen deutlich schlechter eingeschätzt. Die Sorgen um die Nachfrage aus dem In- und Ausland nähmen spürbar zu. Die Exporterwartungen fielen so niedrig aus wie zuletzt 2012. Auch die Investitions- und Beschäftigungsabsichten hätten im Laufe des letzten Jahres merklich nachgelassen. Die wirtschaftspolitische Unsicherheit hinterlasse ihre Spuren. Aus Sicht der Unternehmen sei bislang trotz des langen Aufschwungs ein politischer Aufbruch in wichtigen Zukunftsfragen hierzulande nicht geglückt.

Allerdings könne das Wachstum noch stärker zurückgehen, wenn es zu einem chaotischen Brexit komme. Gefährlich werde es auch, wenn die Handelskonflikte zwischen den USA und Europa sowie zwischen den USA und China eskalierten. Damit sei die Zeit des Schönredens nun endgültig vorüber. Die rückläufige Dynamik mache deutlich: Wachstum sei kein Selbstläufer. Statt an der Verteilung des Erreichten müsse wieder stärker an der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gearbeitet werden.

Die nachlassende Konjunktur führe derzeit nur zu geringen Anpassungen der Personalplanungen. Angesichts der weiter bestehenden Engpässe betrachte die Mehrzahl der Unternehmen die Fachkräftesicherung als strategische Aufgabe. Der Beschäftigungsaufbau gehe daher auch im vierzehnten Jahr weiter, werde aber an Schwung verlieren. Der DIHK rechnet mit einem Plus von 430.000 Erwerbstätigen in diesem Jahr (Herbst 2018: 500.000). Die Dienstleister planten beim Personal sogar nochmals expansiver. Gleichzeitig sähen so viele Unternehmen wie noch nie in der Entwicklung der Arbeitskosten ein Hemmnis für ihre Geschäfte.

Quelle: DIHK

Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zum Download:

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DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2019 (pdf, 3 MB)