12.02.2019

Deutlich weniger Geschäft

News der Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH

Die sehr gute Konjunktur im neunten Jahr in Folge, eine anhaltende Niedrigzinsphase und deutlich weniger Unternehmensinsolvenzen in den vergangenen Jahren bescheren der Bürgschaftsbank Brandenburg den größten Rückgang im Bürgschaftsneugeschäft seit Gründung der Bank im Jahr 1991.

Die Nachfrage sei im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 21 Prozent gesunken. 210 Bürgschaften in Höhe von 66 Mio. Euro sicherten Investitionen Brandenburger Unternehmen in Höhe von 110 Mio. Euro ab.

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen sei bei den aktuellen Rahmenbedingungen ausgesprochen gut, ihre Liquidität deutlich gewachsen. Viele Vorhaben würden mit eigenen Mitteln finanziert. Hinzu kämen zahlreiche, attraktive Angebote für die Finanzierung unternehmerischer Vorhaben durch die Kreditinstitute, da auch diese in einem starken Wettbewerb miteinander ständen. Unternehmer könnten derzeit wählen. Die über die vergangenen zehn Jahre stark gesunkene Anzahl der Unternehmensinsolvenzen führe zu einer geringeren Risikosensibilität bei Fremdfinanzierern. Kreditinstitute sicherten sich bei Kreditfinanzierungen seltener durch Bürgschaften ab.

„Das Geschäft wird immer schwieriger“, bewerte Dr. Miloš Stefanović, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank, die Geschäftszahlen. „Die Finanzierungsinstitute sind risikounempfindlicher nach neun Jahren wunderbarer Konjunktur. Es gibt derzeit keine besonderen Begehrlichkeiten, was Bürgschaften betrifft.“ Von großer Bedeutung blieben Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen. Jeder achte Bürgschaftsfall sei inzwischen eine Nachfolge, mehr als die Hälfte aller Existenzgründungen seien Neueröffnungen.

2018 habe die Bürgschaftsbank insgesamt 210 Bürgschaften mit einem Bürgschaftsvolumen von 66 Mio. Euro ausgereicht, etwa 21 Prozent weniger als im Vorjahr (84 Mio. Euro). Damit rangiere die Bürgschaftsbank bundesweit auf Platz 10 (Vorjahr 7). Im Vergleich dazu sei das Geschäft der Bürgschaftsbanken bundesweit insgesamt stabil geblieben (-0,1 Prozent). Betrachte man nur die neuen Bundesländer erreichten diese sogar einen Zuwachs von 0,2 Prozent. Die vergebenen Bürgschaften hätten Brandenburger Unternehmen Investitionen in Höhe von 110 Mio. Euro ermöglicht. Bürgschaftsunternehmen hätten im vergangenen Jahr mehr als 700 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Zum 31. Dezember 2018 zähle die Bürgschaftsbank im Bestand 1.741 Bürgschaften (2017: 1.828) und Garantien für Kredite und Beteiligungen in Höhe von 359 Mio. Euro (Vorjahr: 376 Mio. Euro). Seit ihrer Gründung 1991 habe die Bank mehr als 8.000 Bürgschaften ausgereicht für Kredite und Beteiligungen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro. Die Summe der dadurch ermöglichten Investitionen Brandenburger Unternehmen belaufe sich auf insgesamt 4,5 Mrd. Euro. Knapp 135.000 Arbeitsplätze seien durch Bürgschaften seither entstanden oder gesichert worden.

Auch 2018 habe sich die Brandenburger Wirtschaft an einer sehr gut laufenden Konjunktur erfreut, die im Umkehrschluss eine sinkende Nachfrage nach gewerblichen Krediten und damit Bürgschaften bedeutet habe. „Der brandenburgischen Wirtschaft geht es gut, das Bedürfnis nach Sicherheiten in der Unternehmensfinanzierung ist gering. Wir verkaufen sozusagen Winterpelze mitten im Sommer“, erkläre Dr. Miloš Stefanovic, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank.

80 von 210 Bürgschaften hätten 2018 der Gründungsfinanzierung gedient. Kredite und Beteiligungen mit einem Volumen von 20 Mio. Euro – etwas mehr als 30 Prozent – seien 2018 für Existenzgründer verbürgt worden. Das entspreche einer Steigerung von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte aller Gründungsfinanzierungen seien Neueröffnungen, jeder 8. Fall eine Existenzgründung durch Unternehmensübernahme.

Deutliche Veränderungen habe das Geschäftsjahr auch bei der Branchenverteilung der ausgereichten Bürgschaften gebracht. Seien 2017 noch 28 Prozent (23 Mio. Euro) des verbürgten Kreditvolumens an Industrieunternehmen gegangen, seien es 2018 nur noch 13 Prozent (8,7 Mio. Euro) gewesen – ein drastischer Rückgang um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Rasanten Zuwachs habe die Nachfrage aus Handwerksunternehmen erlebt. 26 Prozent (17,3 Mio. Euro) aller Bürgschaften seien an Handwerker/innen gegangen. (Vorjahr: 16 Prozent/ 13 Mio. Euro). Sie sei damit die am stärksten nachfragende Branche im vergangenen Jahr gewesen, gefolgt von der Dienstleistungsbranche/Informationswirtschaft. Für Vorhaben aus diesem Bereich seien 22 Prozent aller Bürgschaften mit einem Volumen von 14,4 Mio. Euro (2017: 16 Prozent/13 Mio. Euro) ausgereicht worden. Handel und Freie Berufe folgten auf den weiteren Plätzen, etwa je 1 Prozent der Bürgschaften sei für landwirtschaftliche und gartenbauliche Vorhaben übernommen worden.

Sei 2017 eine zurückhaltende Nachfrage nach der Brandenburger Erfindung „BoB“ wegen des Trends zu durchschnittlich höheren Bürgschaftsbeträgen je Finanzierung zu erwarten gewesen, sei sie im abgelaufenen Geschäftsjahr das Volumen der über das Sonderprogramm ausgeteilten Bürgschaften wieder gestiegen, insgesamt um 27 Prozent auf 14 Mio. Euro (2017: 11 Mio. Euro). Das Sonderprogramm „Bürgschaft (vorerst) ohne Bank“ erleichtere Unternehmen den Zugang zu Krediten bis zu 400.000 Euro. Die Bürgschaftsbank übernehme noch vor der Hausbank die Prüfung des Kreditkonzeptes.

Quelle: Bürgschaftsbank Brandenburg

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