16.04.2018

Creditreform Frühjahrsumfrage: Geschäftserwartungen erreichen Rekordniveau

News des Verbands der Vereine Creditreform e.V.

Der deutsche Mittelstand boomt. Das zeigt eine Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung. Danach bezeichneten die befragten mittelständischen Unternehmen mehrheitlich ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut.

Der Creditreform Geschäftsklimaindex (CGK), der die Lage und Erwartungen der Unternehmen zusammenfasse, erreiche mit plus 28,1 Punkten (Vorjahr: plus 21,8 Punkte) den höchsten Stand seit dem Jahr 2011. Die Geschäftserwartungen des Mittelstandes lägen gar auf Rekordniveau. Gut 1.100 Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten seien befragt worden.

Noch einmal zugelegt hätten die Auftragseingänge. Ein Drittel der Unternehmen habe einen Anstieg des Auftragsbestandes gemeldet, 11,8 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent) eine Verringerung. Entsprechend positiv hätten sich die Umsätze in den vergangenen sechs Monaten entwickelt. Knapp jedes dritte Unternehmen hätte einen Umsatzanstieg verbucht. Einbußen habe es nur bei wenigen Unternehmen gegeben. Die Umsatzlage werde von den Unternehmen des Mittelstandes damit nochmals besser bewertet als im Vorjahr (gestiegener Umsatz: 28,1 Prozent; gesunkener Umsatz: 19,9 Prozent) – das gelte vor allem für das Baugewerbe.

Eine konjunkturelle Eintrübung sähen die Mittelständler in den nächsten Monaten nicht. 41,3 Prozent der Befragten rechneten mit steigenden Aufträgen (Vorjahr: 38,4 Prozent). Pessimistisch seien in dieser Hinsicht lediglich 3,1 Prozent der Befragten (Vorjahr: 5,2 Prozent). Zurückhaltender als im Vorjahr äußere sich aber das Baugewerbe (gestiegene Aufträge: 35,8 Prozent; Vorjahr: 43,6 Prozent). Sehr positiv seien auch die Umsatzerwartungen des Mittelstandes ausgefallen. Nahezu jedes zweite Unternehmen (45,1 Prozent; Vorjahr: 42,8 Prozent) rechne mit einem Umsatzplus im weiteren Jahresverlauf. Das sei der höchste Wert seit Mitte der 90er Jahre. Dienstleistungsgewerbe und Verarbeitendes Gewerbe seien derzeit am optimistischsten. Die Kunden des Mittelstandes würden sich auf steigende Preise einstellen müssen.

Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand sei auf ein 10-Jahres-Hoch gestiegen. 58,8 Prozent der Befragten planten ein Investitionsvorhaben (Vorjahr: 56,3 Prozent). Dabei würden stärker als im Vorjahr Erweiterungsinvestitionen auf der Agenda stehen (56,4 Prozent; Vorjahr: 54,5 Prozent). Investitionsfreudig zeige sich insbesondere das Verarbeitende Gewerbe (65,5 Prozent).

Die Eigenkapitalquoten im Mittelstand hätten sich zuletzt verbessert. Nunmehr wiesen 30,6 Prozent der Befragten eine hohe Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent auf (Vorjahr: 29,3 Prozent). Als eigenkapitalschwach (unter zehn Prozent Eigenkapitalquote) würden 30,5 Prozent der Befragten gelten. Aber auch das sei ein höherer Anteil als im Vorjahr (29,8 Prozent). Überdurchschnittlich hoch sei der Anteil eigenkapitalschwacher Unternehmen aber nach wie vor im Baugewerbe (39,3 Prozent).

Eine Bilanzauswertung von rund 5.800 mittelständischen Unternehmen zeige, dass Bankverbindlichkeiten im deutschen Mittelstand einen Großteil (52,7 Prozent) der gesamten Verbindlichkeiten ausmachten. 15,8 Prozent seien Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Dabei habe die Bedeutung des Bankkredits als Finanzierungsquelle für den Mittelstand in den letzten Jahren aber abgenommen. Knapp ein Drittel (31,6 Prozent) seien sonstige Verbindlichkeiten – beispielsweise gegenüber Gesellschaftern. Anders als bei Großunternehmen habe sich die Schuldenhöhe im Mittelstand in den letzten Jahren vergleichsweise wenig erhöht.

Quelle: Creditreform

Die vollständige Pressemitteilung und die aktuelle Untersuchung finden Sie hier.