22.03.2018

Bürgschaftsbank und MBG Sachsen-Anhalt wieder mit guter Bilanz

News der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

Mit den Finanzierunghilfen von Bürgschaftsbank und Mittelständischer Beteiligungsgesellschaft (MBG) Sachsen-Anhalt hat die mittelständische Wirtschaft im Jahr 2017 rund 94 Mio. Euro im Land investieren können. Das sind 18 Mio. Euro mehr als im Jahr 2016.

Damit seien rund 1.900 Arbeitsplätze entstanden oder gesichert worden. Bürgschaftsbank und MBG bauten ihre Programme weiter aus und beschleunigten mit Hilfe digitalisierter Antragsverfahren die Entscheidungsprozesse und Zusagen.

„Angesichts der nach wie vor verhaltenen Investitionsneigung und des vereinfachten Kreditzugangs aufgrund der Niedrigstzinsen haben Bürgschaftsbank und MBG wieder ein ordentliches Ergebnis eingefahren“, sagte Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Im Neugeschäft 2017 konnte das Vorjahresniveau trotz ungünstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gehalten werden.“

Bürgschaftsbank und MBG begleiteten mittelständische Unternehmen bei der Gründung, beim Wachstum und bei Firmenübergaben. Dabei wachse der Anteil von altersbedingten Unternehmensnachfolgen: Nach 18 Übernahmen im Jahr 2015 und 26 im Jahr 2016 seien im vergangenen Jahr bereits 43 Nachfolgen mit Bürgschaften und Beteiligungen begleitet worden. Der Kapitalumfang habe bei insgesamt 17,3 Mio. Euro gelegen gegenüber 10,8 Mio. Euro bzw. 8 Mio. Euro in den beiden Vorjahren. „Unternehmensnachfolgen werden weiterhin ein Schwerpunkt bleiben“, sagte Schwab: „Denn solange die Nachfolge nicht geklärt ist, wird sich ein Unternehmer schwer tun mit weiteren Investitionen. Deshalb sehen wir uns als Förderer in der Pflicht, im Interesse der Zukunft unseres Landes unseren Beitrag gegen eine solche Investitionsbremse zu leisten.“

Die MBG, die 2017 ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum begangen habe, habe in ihrem Kerngeschäft weitere 18 stille Beteiligungen übernommen, im Vorjahr seien es 13 gewesen: „Mit einem Gesamtvolumen von rund 4,4 Mio. Euro – ein Zuwachs um 0,4 Mio. Euro gegenüber 2016 – hat sich das Beteiligungsgeschäft der MBG dynamisch entwickelt und einmal mehr als nachhaltige Alternative zum klassischen Bankkredit bestätigt“, unterstrich Geschäftsführer Schwab. Mit 41 Prozent Anteil am Neugeschäftsvolumen sei die mittelständische Industrie auf dem ersten Platz geblieben, der Dienstleistungssektor sei mit einem Anteil von 31 Prozent gefolgt.

Außerdem habe die MBG elf Kleinunternehmen und Gründer mit insgesamt 0,3 Mio. Euro Beteiligungskapital aus dem Bundesprogramm „Mikromezzaninfonds Deutschland“ gefördert. Maximale Höhe seien hier 50.000 Euro je Engagement. Zu den Zielgruppen gehörten vor allem Gründer, die zum Beispiel aus der Arbeitslosigkeit starteten, weiblich seien oder einen Migrationshintergrund hätten. Gut vier Jahre nach Programmstart habe die MBG 166 Mikromezzaninbeteiligungen mit zusammen 7,1 Mio. Euro im Bestand, das sei Platz 5 im bundesweiten Ranking.

Die Bürgschaftsbank habe im vergangenen Jahr fast punktgenau zum Vorjahr weitere 152 Bürgschaften und Garantien übernommen (2016: 155). Diese Finanzierungssicherheiten, mit denen die Bürgschaftsbank die Kreditinstitute von einem Großteil ihres Finanzierungsrisikos entlaste, hätten Kredite und Beteiligungen im Gesamtumfang von 48,3 Mio. Euro ermöglicht. Wie bei den Beteiligungen nehme auch im Bürgschafts- und Garantiegeschäft der Dienstleistungssektor eine wichtige Stellung ein. Auf ihn sei ein Drittel des Neugeschäftsvolumens entfallen und damit die größte „Scheibe“. Auch in der Stückzahl habe der Dienstleistungssektor vorn gelegen. Gut jede vierte neue Bürgschaft verhelfe Handwerksbetrieben zu passgenauen Finanzierungen. Dagegen sei nur noch jede zehnte Bürgschaft an einen Industriebetrieb gegeben worden.

Jeder zweite Bürgschaftsantrag für Kredite bis 250.000 werde von den Banken und Sparkassen über den beschleunigten Verfahrensweg einer Expressbürgschaft gestellt. Der BB EXPRESS sei 2015 ins Programm aufgenommen worden, mit einem standardisierten Verfahren könne die Zusage innerhalb von drei Bankarbeitstagen erteilt werden. Seit Anfang 2017 die Kreditobergrenze von 150.000 auf bedarfsgerechte 250.000 Euro erhöht worden sei, sei die Nachfrage aus der Wirtschaft erfreulich gestiegen. Mit einer Besicherung von 70 Prozent des Kreditbetrags sei die Expressbürgschaft für den Unternehmer auch kostengünstiger als die klassische 80-Prozent-Bürgschaft. Bei den Banken wiederum senke das schlanke elektronische Antragsverfahren den Bearbeitungsaufwand. „Die Digitalisierung unserer Bürgschaftsprodukte bringt damit allen Seiten Vorteile und schlägt sich letztlich in noch besseren Finanzierungshilfen nieder“, erklärte Bürgschaftsbank-Geschäftsführer Heiko Paelecke: „Das entspricht ganz dem Anliegen unseres Fördergeschäfts.“

Seit September 2017 könnten auch landwirtschaftliche Betriebe schneller zu einer Agrarbürgschaft kommen. Mit BB AGRAR EXPRESS könnten sie innerhalb von drei Bankarbeitstagen nicht ausreichende Kreditsicherheiten kompensieren. Über diesen beschleunigten standardisierten Antragsweg erhielten sie eine 50-prozentige Verbürgung für Kredite für Investitionen, Betriebsmittel oder zur Liquiditätssicherung bis maximal 300.000 Euro. Ausgenommen von BB AGRAR EXPRESS seien Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen, denen wie bisher die klassische Agrarbürgschaft für Kredite bis maximal 1,5 Mio. Euro zur Verfügung stehe. Die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt habe bisher sechs Agrarbürgschaften mit insgesamt 2,8 Mio. Euro verbürgtem Kreditvolumen genehmigt.

Seit Jahresbeginn gehe die MBG in Ergänzung zu ihrem klassischen Produkt stiller Beteiligungen auch offene Beteiligungen an Unternehmen ein. Im Unterschied zur stillen Beteiligung übernehme sie damit direkt Gesellschafteranteile und werde Miteigentümer am Unternehmen. Die Minderheitsbeteiligung betrage maximal 24,9 Prozent des Gesellschaftskapitals. Mit der Kombination von offener und stiller Beteiligung könnten junge Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial schnell eine starke Eigenkapitalbasis aufbauen und zugleich betriebswirtschaftliches Know-how durch einen erfahrenen Partner gewinnen. Für etablierte Unternehmen eigne sich die Übernahme von Gesellschaftsanteilen durch die MBG zum Beispiel auch im Zuge von Unternehmensnachfolgen, weil damit die Finanzierungslast für die neuen Eigentümer sinke.

Quelle: Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt

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