Bürgschaftsbanken

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Bürgschaftsbanken

Was ist eine Bürgschaft?

Was ist eine Bürgschaftsbank?

Was sind die Aufgaben der Bürgschaftsbanken?

Was kostet eine Bürgschaft?

Was geschieht, wenn die Bürgschaftsbank aus ihrer Bürgschaft in Anspruch genommen worden ist?

Wer kann eine Ausfallbürgschaft erhalten?

Wie wird die Bürgschaft beantragt?

Wie oft kann man eine Bürgschaft beantragen?

Übernimmt die Bürgschaftsbank das gesamte Kreditrisiko?

Für welche Vorhaben können keine Bürgschaften beantragt werden?

Gibt es Bürgschaften nur für Existenzgründungen?

Kann die Bürgschaftsbank jede Art von Darlehen oder Krediten verbürgen?

Kann man sich auch direkt an die Bürgschaftsbank für die Beantragung wenden?

Wo kann man nähere Informationen zu Bürgschaften erhalten?

 

Was ist eine Bürgschaft?
Die Bürgschaft ist ein Vertrag zwischen einem Gläubiger (hier: Kreditinstitut, Bank, Sparkasse oder Leasinggesellschaft) und dem Bürgen, wonach dieser für einen Schuldner (hier: Kreditnehmer oder Kredit nehmendes Unternehmen) haftet.

Was ist eine Bürgschaftsbank?
Die Bürgschaftsbank ist ein nicht-gewinnorientiertes Förderinstitut. Vergleichbare Institute gibt es in jedem Bundesland (siehe VDB - Verband Deutscher Bürgschaftsbanken). Gesellschafter der Bürgschaftsbank sind die Spitzeninstitute der Kreditwirtschaft, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie zahlreiche (Fach-)Verbände. Durch Rückbürgschaften ist die Bürgschaftsbank in die Gewerbeförderung von Bund und Land eingebunden.

Was sind die Aufgaben der deutschen Bürgschaftsbanken?
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Existenzgründer verfügen auf dem Kapitalmarkt nur über eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten. Sie sind gegenüber Großunternehmen benachteiligt. Aufgabe der Bürgschaftsbank ist es, diesen Nachteil auszugleichen. Sie übernimmt deshalb gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften für Existenzgründer und bestehende Unternehmen, sofern deren sinnvolle und Erfolg versprechende Vorhaben an fehlenden Sicherheiten zu scheitern drohen.

Was kostet eine Bürgschaft?
Die Bürgschaftsbank arbeitet nicht gewinnorientiert, weshalb nur geringe Gebühren anfallen. Im Falle der Ablehnung eines Bürgschaftsantrags fallen in der Regel keine Kosten an. Eine Ausfallbürgschaft kostet eine einmalige Bearbeitungsgebühr und eine jährliche Bürgschaftsprovision. Die genauen Konditionen erfahren Sie bei ihrer Bürgschaftsbank.

Was geschieht, wenn die Bürgschaftsbank aus ihrer Bürgschaft in  Anspruch genommen worden ist?
In Höhe der Bürgschaftsinanspruchnahme findet ein "Gläubigeraustausch" statt. Anstelle des Kreditinstitutes ist jetzt die Bürgschaftsbank (in Höhe der Risikoanteile der Bundesrepublik Deutschland und des jeweiligen Landes für diese treuhänderisch) Gläubigerin. Mit ihr wird man über die Hausbank im Rahmen seiner Möglichkeiten Rückzahlungsvereinbarungen zu treffen haben.

Wer kann eine Ausfallbürgschaft erhalten?
Alle bestehenden und neu gegründeten gewerblichen Unternehmen und Freie Berufe, denen wegen fehlender Absicherung kein oder kein ausreichender Kredit gewährt würde. Das Finanzierungsvorhaben muss betriebswirtschaftlich tragfähig sein.

Wie wird die Bürgschaft beantragt?
Die Bürgschaft wird in der Regel (außer bei „BoB“) über ein Kreditinstitut beantragt. Die Kreditinstitute arbeiten mit den Bürgschaftsbanken zusammen und haben die Konditionen, Prospekte, Bestimmungen und Antragsvordrucke für das jeweilige Bundesland vorrätig.

Wie oft kann man eine Bürgschaft beantragen?
Unternehmen können beliebig oft Bürgschaften beantragen. Es gilt aber, dass der insgesamt für einen Kreditnehmer übernommene Umfang von Bürgschaften € 1 Million nicht überschreiten darf.

Übernimmt die Bürgschaftsbank das gesamte Kreditrisiko?
Die Bürgschaftsbank trägt das Ausfallrisiko der Rückzahlung eines Kredites für das Kreditinstitut in der Regel bis max. 80 Prozent. Das Kreditinstitut selbst muss also mindestens ein 20-prozentiges Eigenrisiko akzeptieren.

Für welche Vorhaben können keine Bürgschaften beantragt werden?
Die Bürgschaftsbank kann keine Bürgschaften für Sanierungen übernehmen sowie für Maßnahmen, die nach den KMU-Kriterien nicht "förderfähig" sind. Ebenso ist die Verbürgung von Umschuldungen bestehender Darlehen und Kredite ausgeschlossen.

Gibt es Bürgschaften nur für Existenzgründungen?
Nein. Bürgschaften können für jedes wirtschaftlich sinnvolle Vorhaben im Rahmen der Förderrichtlinien und unter Beachtung der EU-Fördergrundsätze (KMU-Kriterien ) gewährt werden.

Kann die Bürgschaftsbank jede Art von Darlehen oder Krediten verbürgen?
Ja, Bürgschaften kommen sowohl für Förderdarlehen (z.B. der KfW-Mittelstandsbank) als auch für Hausbankdarlehen in Frage. Die Verbürgung von Kontokorrentkrediten, Leasingfinanzierungen und so genannten Avalkrediten ist ebenfalls möglich.

Kann man sich auch direkt an die Bürgschaftsbank wenden?
Eine direkte Antragstellung ohne Hausbank ist nur beim Programm „Bürgschaft ohne Bank“ (BoB) möglich. Die meisten Bürgschaftsbanken in Deutschland bieten dies Programm an. Informieren Sie sich bitte bei der Bürgschaftsbank in ihrem Bundesland direkt über die Antragsmöglichkeiten.

Wo kann man nähere Informationen zu Bürgschaften erhalten?
Bitte wenden Sie sich an die Bürgschaftsbank, in dessen Bundesland sie ihr Vorhaben durchführen wollen.