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09.10.2017

KfW-Kreditmarktausblick: Kreditneugeschäft mit Unternehmen zeigt stärkstes Wachstum seit Finanzmarktkrise

News der KfW Bankengruppe

Der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick zeigt: Das geschätzte Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen gewinnt weiter an Tempo: Im 2. Quartal 2017 hat es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit +4,8 % erneut stark zugelegt, nachdem bereits im Vorquartal die Wachstumsrate bei +2,9 % gelegen hatte.

Zurzeit entwickele sich die Kreditvergabe damit so dynamisch wie seit Beginn der Finanzmarktkrise nicht mehr. Und das aus einem deutlich erfreulicheren Grund: Hätte vor zehn Jahren der abrupte Wirtschaftsabschwung zur Folge gehabt, dass Unternehmen aufgrund von Liquiditätsengpässen verstärkt kurzfristige Kredite in Anspruch nehmen mussten, so spiegele die aktuelle Belebung die anhaltend robuste Konjunktur in Deutschland wider, die zu steigender Investitionsneigung – und damit einhergehend Kreditnachfrage - führe.

„Die Chancen stehen gut, dass das Kreditneugeschäft bis ins Jahr 2018 hinein mit kräftigen Raten zulegt“, kommentierte Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Lange hätten sich die Unternehmen nicht von den guten Finanzierungsbedingungen locken lassen. Das ändere sich gerade. „Der Wirtschaftsaufschwung geht in sein achtes Jahr, die Auslastung der Produktionskapazitäten ist hoch und nimmt zu, die Stimmung in den Unternehmen ist hervorragend – ich gehe davon aus, dass der dringend benötigte Ausbau des Kapitalstocks jetzt vorankommt und die Unternehmensinvestitionen in diesem und im nächsten Jahr spürbar an Schwung gewinnen werden. Damit wächst auch der Finanzierungsbedarf der Firmen.“

Von der aktuellen Aufhellung am Kreditmarkt könne man allerdings noch nicht auf eine nachhaltige Trendwende schließen. Die Kreditneuzusagen seien weiterhin deutlich von ihrem Niveau Anfang des Jahrtausends entfernt, seit diesem Zeitpunkt seien auch erhebliche strukturelle Veränderungen im Finanzierungsverhalten der Firmen festzustellen: „Unternehmen geben der Innenfinanzierung den Vorzug, stärken ihr Eigenkapital und meiden Verschuldung so weit wie möglich. Diese Entwicklung geht einher mit sinkenden Investitionen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung“, so Zeuner. Es sei nicht absehbar, dass die Firmen dieses Verhalten wieder ändern. „Schließlich können sie weiterhin auf ihre große Innenfinanzierungskraft bauen, zumal die regulatorischen Verschärfungen in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Abschwächung die Kreditvergabebereitschaft der Banken jederzeit auf die Probe stellen könnten.“

Quelle: KfW Bankengruppe

Den KfW-Kreditmarktausblick finden Sie hier.