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09.02.2017

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer - Mittelstand startet mit leichten Sorgenfalten ins neue Jahr, Großunternehmen sind spürbar verunsichert

News der KfW Bankengruppe

Laut aktuellem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer verunsichert die Angst vor einer zunehmend protektionistischen Weltwirtschaft die global vernetzten deutschen Unternehmen. Sowohl im Mittelstand als auch bei den Großunternehmen kühlt sich das Geschäftsklima im Januar ab.

Im Mittelstand halte sich der Rückgang in Grenzen, bei den Großunternehmen sei hingegen eine deutliche Stimmungseintrübung zu spüren. In beiden Unternehmensgrößenklassen gebe jedoch allein der skeptischere Blick auf die künftigen Geschäfte den Ausschlag: Die Geschäftserwartungen der kleinen und mittleren Unternehmen seien um -1,1 Zähler auf 9,5 Saldenpunkte gefallen, die der großen Firmen wesentlich deutlicher um -4,7 Zähler auf 5,6 Saldenpunkte. Die weiterhin sehr guten Bewertungen der aktuellen Geschäftslage lägen jeweils leicht über dem Niveau des Vormonats.
 
Allen voran würden die großen Industriefirmen und Großhandelsunternehmen von merklichen Klimaabkühlungen im Januar berichten, also diejenigen Teile der deutschen Wirtschaft, die besonders stark international ausgerichtet seien. Doch die Stimmungseintrübung gehe über die Exportbranchen hinaus: So sei auch das Einzelhandelsklima im Minus. Und selbst die mittelständischen Bauunternehmen, für die der Wohnungsbau das Hauptbetätigungsfeld sei, würden nach dem Rekordjahr 2016 einen spürbaren Klimarückgang zu Protokoll geben. Ein Grund für die jüngste Eintrübung des Bauklimas könne der moderate Zinsanstieg sein, wodurch sich die Finanzierung von Bauprojekten etwas verteuere.
 
„Der verpatzte Jahresauftakt zeigt, wie sensitiv die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft auf mögliche neue Handelshemmnisse reagiert. Angesichts nach wie vor guter Lageurteile und der verlässlichen Binnenwirtschaft sehe ich den Aufschwung jedoch zunächst nicht in Gefahr“, sagte Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Das Wachstum im ersten Quartal könne noch einmal ähnlich gut ausfallen wie im Schlussvierteljahr 2016, jeweils 0,5 % gegenüber dem Vorquartal seien drin. „Was konjunkturell danach kommt, ist hingegen immer weniger klar. Hinter der Fortsetzung des stabilen und sehr soliden Aufschwungs der zurückliegenden drei Jahre sehe ich in Zeiten von US-Isolationismus, Brexit, wichtigen Wahlen in Kerneuropa sowie fortbestehenden geopolitischen Risiken in Nahost zunehmende Fragezeichen. Freilich haben es Deutschland und die Partnerländer in Europa in der Hand, eine entschlossene und gemeinsame Antwort auf die Herausforderungen zu geben und so ihre Wirtschaft zu stärken.“

Quelle: KfW Bankengruppe

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Januar 2017 finden Sie hier.