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09.03.2017

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer - Mittelstand in Deutschland bester Laune, Verunsicherung bei den Großunternehmen wächst

News der KfW Bankengruppe

Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt: Nach der vorübergehenden Abkühlung im Januar hat sich das Geschäftsklima im Mittelstand im Februar deutlich erholt und verbessert sich um 1,7 Zähler auf 21,2 Saldenpunkte. Höher notierte der Indikator zuletzt zur Jahresmitte 2011.

Die bislang guten harten Konjunkturdaten in Deutschland sorgten für deutlich bessere Laune in den Chefetagen der kleinen und mittleren Unternehmen. Ganz anders sehe es bei den Großunternehmen aus. Sie blickten mit zunehmender Skepsis auf die internationalen politischen Risiken. Die erst vor kurzem geschlossene Stimmungsschere zwischen dem Mittelstand und den Großunternehmen öffne sich damit bereits wieder.
 
Treiber des ordentlichen Stimmungsanstiegs im Mittelstand seien die Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage. Sie kletterten sehr deutlich um 3,9 Zähler auf 33,4 Saldenpunkte. Das sei das zweitbeste Monatsergebnis seit der Wiedervereinigung und lasse auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum im ersten Quartal schließen. Gleichzeitig träten die mittelständischen Geschäftserwartungen auf der Stelle. Angesichts der vielen Risiken und des bereits sehr hohen Niveaus der Lageurteile, des Bezugspunkts der Erwartungen, sei diese Entwicklung verständlich.
 
Bei den Großunternehmen setze sich hingegen die bereits im Januar spürbare Verunsicherung in etwas gedämpftem Tempo fort. Gleichzeitig bewerteten jedoch auch die großen Firmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin sehr positiv. Ihr Geschäftsklima bleibe aber noch weiter hinter dem mittelständischen Vergleichswert zurück.
 
Weiterhin gute Nachrichten kämen dagegen vom deutschen Arbeitsmarkt, der bereits auf elf Jahre ununterbrochenen Stellenaufbaus zurückblicken könne. Ein Ende sei nicht in Sicht, auch wenn sich die Zuwächse bei der Erwerbstätigenzahl etwas abflachen dürften. Den anhaltenden Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt bezeugten auch die Beschäftigungserwartungen, die im Februar insbesondere – aber nicht nur – bei den Mittelständlern kräftig zulegen. Die ungebrochene Bereitschaft zur Schaffung von Arbeitsplätzen unterstreiche, dass die Firmen trotz der gegenwärtigen Risiken auch über den unmittelbaren Tellerrand des ersten Quartals hinaus grundsätzlich von einer Fortsetzung des Aufschwungs ausgingen.
 
Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, sagte dazu: „Die deutsche Wirtschaft dürfte im ersten Quartal 2017 dynamisch wachsen. Hierfür sprechen insbesondere die durchweg sehr hohen Niveaus der Geschäftslageurteile. Ich schließe nicht aus, dass unsere vor kurzem getroffene Konjunkturprognose von 0,6% für das erste Quartal sogar noch übertroffen wird. Danach ist die Richtung weniger klar, die skeptischeren Erwartungen der Firmen zeugen jedenfalls von einer gewissen Sorge.“

Quelle: KfW Bankengruppe

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer Februar 2017 finden Sie hier.