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15.08.2016

DIHK-Sonderauswertung Finanzierungszugang: Sonnige Finanzierungskonditionen, Baseler Schatten

News des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)

Laut einer aktuellen Auswertung der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage bereitet die Finanzierungssituation den Unternehmen hierzulande derzeit kaum Sorgen.

Die nochmals verbesserten, „sonnigen“ Konditionen führe der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Volker Treier vor allem auf die nach wie vor gute konjunkturelle Entwicklung und die niedrigen Zinsen zurück.

Die Sonderauswertung zeige aber auch: „30 Prozent der Unternehmen benötigen derzeit gar kein Fremdkapital.“ Insgesamt, so Treier, sorgten sich nur noch 10 nach zuvor 11 Prozent der Betriebe um die Finanzierungsbedingungen.

Aber: „Während sich die Stimmung der kreditnehmenden Wirtschaft aufgehellt zeigt, nehmen die Sorgen der Kreditinstitute stark zu. Die Baseler Regulierungen werfen ihre Schatten voraus, hinzu kommen die niedrigen Leitzinsen und niedrige Margen sowie die Herausforderungen der Digitalisierung.“

So schätze die Finanzwirtschaft ihre Geschäftslage mittlerweile deutlich schlechter ein als zu jedem Zeitpunkt in den vergangenen sechs Jahren, berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. „Das Kreditgewerbe blickt zudem äußerst pessimistisch auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Die Erwartungen fallen inzwischen sogar schlechter aus als in der Finanzkrise 2008.“

Treiers Resümee: „Derzeit profitieren viele Betriebe von der momentan günstigen Finanzierungsituation, sodass Nachteile wie zum Beispiel Zinsen auf Guthaben oder steigende Pensionslasten sowie immer schwierigere Rahmenbedingungen für die Finanzwirtschaft gesamtwirtschaftlich überdeckt sind.“

Gleichzeitig schränke die engmaschige Regulierung der Finanzinstitute mit steigenden Anforderungen an Sicherheiten auch die Möglichkeiten passgenauer Finanzierungsmodalitäten und einer bankbasierten Langfristfinanzierung für Unternehmen ein. Die Wirkungen auf den Kreditzugang gerade für mittelständische Betriebe seien „genau im Blick zu behalten“

Denn die derzeit guten Konditionen erleichterten den Finanzierungszugang „vor allem aus Sicht der größeren Unternehmen“, warnte Treier. „Der international orientierte Mittelstand bleibt zurück.“

Um der größer werdenden Schere bei den Finanzierungsbedingungen zwischen Großunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entgegenzuwirken, wolle die EU den sogenannten KMU-Korrekturfaktor bei den Eigenkapitalanforderungen für Finanzinstitute ausbauen. Dies nenne der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer einen „Schritt in die richtige Richtung“. Ein verlässlicher Rechtsrahmen für den KMU-Faktor würde dem Kreditgewerbe Planungssicherheit geben und somit den Finanzierungszugang von KMU sichern.

Darüber hinaus müssten aber auch die Bedingungen für Langfristfinanzierungen der Unternehmen besser werden, etwa durch Versicherungen und Investmentfonds. „Hierzu gehören ein passender Rechtsrahmen für Wagniskapital und Investmentbesteuerung“, forderte Treier. „Zudem könnte eine Ausweitung der Gewährung von Bürgschaften und Garantien den KMU einen Weg zum Kapitalmarkt als Alternative zur bankbasierten Finanzierung öffnen.“

Quelle: DIHK

Die vollständige Meldung und die Sonderauswertung Finanzierungszugang finden Sie hier.