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31.05.2017

DIHK-Gründerreport 2017 - Talfahrt mit Lichtblicken

News des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)

Der aktuelle Gründerreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt, dass immer weniger Menschen in Deutschland Unternehmer werden wollen.

Trotz vieler Förderprogramme und Startup-Kampagnen hätten die Industrie- und Handelskammern im vergangenen Jahr erstmals weniger als 200.000 Gespräche mit angehenden Gründerinnen und Gründern geführt. Gegenüber dem Vorjahr sei das ein Minus von rund sieben Prozent und die niedrigste Anzahl seit Beginn der Umfrage vor 15 Jahren.

Bereits seit Jahren sehe Deutschland in punkto Unternehmergeist nicht gut aus. In einer internationalen Vergleichsstudie habe der DIHK gezeigt, dass etwa in Großbritannien oder Israel mehr Erwerbstätige „Unternehmer“ als erstrebenswerten Karriereschritt ansähen.

Die Gründe: Der Arbeitsmarkt laufe gut, es gebe wenige Gründungen aus Mangel an Alternativen. Zudem wirke sich die Demographie aus – die besonders gründungsaffinen Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren schrumpften. Erfreulich sei jedoch, dass ein leicht wachsender Anteil von wachstumsorientierten Startups mit guter Vorbereitung an den Start gehe.

Ein Schlüssel zu mehr Gründungen sei spürbarer Bürokratieabbau. In nahezu jedem Beratungsgespräch berichteten Gründer von komplizierten Regulierungen, Meldepflichten und Formularen. Gerade innovative Startups wollten One-Stop-Shops statt „Behördenmarathon“. Sie wollten alles an einer Stelle erledigen. Zudem sollte jede Gründung inklusive aller Genehmigungen binnen eines Monats möglich sein.

Nachfragen verzeichneten die IHKs auch von Flüchtlingen, die sich selbstständig machen möchten. Im Jahr 2016 hätten sich rund 700 Geflüchtete bei den IHKs zur Unternehmensgründung erkundigt. Das sei zwar ein noch kleiner Anteil, allerdings mit steigender Tendenz. Es gebe erste Gründungen im Handel, in der Gastronomie, vereinzelt auch in der IT-Branche. Neben schwieriger Finanzierung sähen die IHKs vor allem Rechtsunsicherheit und mangelnde Deutschkenntnisse als Starthürden. Gründungsinteressierten Flüchtlingen sei sehr geholfen, wenn die Ausländerbehörden rasch Klarheit über Art und Dauer des Aufenthaltes schaffen. Auf dieser Basis könnten sich die Geflüchteten viel besser auf ihr Gründungsvorhaben konzentrieren. Bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen sollten auch Module für Selbständige eine Rolle spielen, die dabei helfen, in verhandlungssicherem Deutsch mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern in Kontakt zu treten.

Quelle: DIHK

Den Gründerreport finden Sie nachstehend zum Download.

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