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20.12.2017

Dem Mittelstand geht es blendend

News des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der DZ Bank

In der gemeinsamen Studie "Mittelstand im Mittelpunkt"von BVR und DZ Bank zeigt sich der Mittelstand von seiner besten Seite: Die Geschäftslage der kleinen und mittleren Unternehmen erreicht in diesem Herbst ein neues Allzeithoch.

Auch wenn sich die Geschäftserwartungen, im Frühjahr noch auf einem Drei-Jahres-Hoch, wieder etwas eintrübten, legten die mittelständischen Unternehmen nach wie vor große Zuversicht an den Tag. So wollten sie weiter kräftig investieren und zusätzliches Personal einstellen. Das Auslandsengagement entwickele sich auf hohem Niveau stabil, wobei Europa nach wie vor die wichtigste strategische Zielregion sei. Zunehmend Sorge bereite allerdings der sich weiter verschärfende Fachkräftemangel. Viele Familienunternehmen drücke der Schuh zudem bei der anstehenden Unternehmensnachfolge. Alles in allem sei der Mittelstand – auch angesichts weiter steigender Eigenkapitalquoten und anhaltend hoher Bilanzqualität – für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

Die aktuelle Geschäftslage sei im Mittelstand nochmals besser als im Frühjahr. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten erklimme mit nunmehr 81,0 Punkten zum zweiten Mal in Folge ein neues Allzeithoch. Neun von zehn Mittelständlern schätzten ihre aktuelle Lage mit "sehr gut" oder "gut" ein. Allein große Mittelständler mit mehr als 200 Beschäftigten bewerteten ihre Geschäftslage gegen den allgemeinen Trend nicht ganz so gut wie im Frühjahr. Merklich besser als noch vor sechs Monaten würden ihre Lage dagegen kleine Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigen sehen.

Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate trübten sich unterdessen etwas ein. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen sinke zwar merklich auf nunmehr 27,3 Punkte (nach 34,4 Punkten im Frühjahr), liege damit aber immer noch höher als vor Jahresfrist.

Mit der guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland nähmen auch die Investitionen weiter Fahrt auf. In diesem Herbst sei die Investitionsneigung so hoch wie nie zuvor: 81,8 Prozent der Mittelständler wollten in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen investieren, drei von zehn Unternehmen mit Investitionsabsicht planten sogar mit einem höheren Volumen.

Bei gut einem Viertel der befragten Mittelständler stehe mittel- bis langfristig eine Unternehmensnachfolge an, besonders viele seien es im Baugewerbe mit vier von zehn Unternehmen. Gerade kleinere Unternehmen seien von der Nachfolgeregelung betroffen, von den Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten immerhin ein Drittel.

Die bundesweit eindeutig favorisierte Nachfolgeregelung sei die Übergabe innerhalb der Familie. Strebten diese Lösung in Westdeutschland drei Viertel der Befragten mit anstehender Nachfolgeregelung an, so seien es im Osten des Landes nur 55 Prozent. Andere Lösungen folgten mit deutlichem Abstand: Ein Management-Buy-Out könne sich bundesweit immerhin jedes zehnte betroffene Unternehmen vorstellen; im Osten des Landes sogar fast doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Gut neun Prozent bundesweit planten den Verkauf an ein anderes Unternehmen und knapp acht Prozent favorisieren die Veräußerung an einen externen Manager oder Existenzgründer (Management-Buy-In).

Fast die Hälfte der betroffenen Mittelständler rechne im Zuge der Nachfolgeregelung mit einer Zusatzbelastung neben dem Tagesgeschäft. Im Vordergrund würden nicht-ökonomische Faktoren stehen: So falle mehr als vier von zehn Betroffenen die Trennung vom Unternehmen schwer, für fast genauso viele sei die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter sowie die Standortsicherung von großer Bedeutung. Merklich Sorgen bereite zudem - neben der Einigung auf den Kaufpreis - die optimale Vorbereitung des Verkaufs.

Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ BANK: „Familienexterne Nachfolgeregelungen rücken stärker in den Fokus mittelständischer Unternehmer, denn nicht immer steht ein Nachfolger innerhalb der Familie bereit. Das heißt aber auch, dass die vielfältigen Optionen frühzeitig geprüft und mit den eigenen Zielen abgeglichen werden sollten."

Die Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis setzten kleine und mittlere Unternehmen konsequent fort: 27,5 Prozent habe 2016 die durchschnittliche Eigenkapitalquote im Mittelstand erreicht und damit einen Prozentpunkt mehr als ein Jahr zuvor. Trotz leichter Einbußen würden die Bilanzen der Unternehmen nach wie vor ein hohes Qualitätsniveau aufweisen, wie der vom BVR gemessene Bilanzqualitätsindex bestätige. „Der Mittelstand zeigt sich gut gerüstet für die Zukunft. Maßgeblichen Anteil daran haben die kontinuierlich steigenden Eigenkapitalquoten und die unverändert hohe Bilanzqualität", erläuterte BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin.

Quelle: BVR

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier, die Mittelstandsstudie hier.